Kreiselternbeirat
Offenbach


Im Rahmen der Kommunalwahl 2026 in Hessen hat der Kreiselternbeirat Wahlprüfsteine formuliert und nachfolgende Fragen an alle Parteien im Kreis Offenbach und den 13 Kommunen formuliert.


KONKRETISIERUNG DER FRAGEN UND THEMENPUNKTE

Mainhausen

Antworten von GRÜNE, SPD & FDP
Leider keine Antworten von CDU


1. Welche drei schulbezogenen Themen haben für Ihre Fraktion in der
kommenden Wahlperiode oberste Priorität – und warum?

  • Welche drei schulpolitischen Themen haben für Ihre Fraktion in der Wahlperiode 2026–2031 oberste Priorität – und wie begründen Sie diese Priorisierung vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen (Lehrkräftemangel, angespannte Haushaltslage vieler Kommunen, steigende Schülerzahlen, Ganztagsanspruch ab 2026)?

    SPD
    Grundsätzlich liegt die Schulträgerschaft der beiden Grundschulen in Mainhausen beim Kreis Offenbach, daher ist der Einfluss auf die lokalen Vertretungskörperschaften (Gemeindevertretung) begrenzt. Aus Sicht der SPD-Fraktion in der Gemeindevertretung genießen für die kommenden Jahre folgende Themen Priorität:
    1.
    Erweiterung der Betreuungskapazitäten an der Anna-Freud-Schule. Die Gemeinde steht bereits im Dialog mit dem Kreis Offenbach für einen Erweiterungsbau am Standort des alten Rathauses, das seit einem halben Jahr nicht mehr in Betrieb ist.
    2.
    Neubau einer Schulturnhalle an der Käthe-Paulus-Schule (KPS). Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Turngemeinde Zellhausen e.V. (TGZ) und Kreis Offenbach um ein Kooperationsprojekt zum Neubau einer Turnhalle am Standort der KPS am Lehrer-Lommel-Weg. Die SPD-Fraktion begleitet diesen Prozess unterstützend.
    3.
    Erfüllung des vollumfänglichen Rechtsanspruch in der Betreuung an beiden Grundschulstandorten. Mit dem gültig werdenden Rechtsanspruch werden wir dafür arbeiten, dass sowohl an der Käthe-Paulus-Schule, an der die GiP Träger ist, als auch an der Anna-Freud-Schule, an der der Förderverein „Betreuung der Grundschulkinder Mainflingen e. V.“ Träger ist, alle Kinder einen Betreuungsplatz erhalten.
  • Welche konkreten Ziele (messbar und mit Zeitrahmen) wollen Sie bis 2031 im Schulbereich erreicht haben?
  • Wie stellen Sie sicher, dass schulpolitische Themen trotz finanzieller Belastungen (z.B. steigende Baukosten, Energiekosten, Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst) ausreichend finanziert werden?

2. Was tut Ihre Fraktion konkret, um die Schulen im Kreis und speziell in Ihrer
Kommune zu verbessern in Bezug auf:


2.1. die Nachmittagsbetreuung für die Grundschulkinder (Quantität und Qualität)
Ab August 2026 gilt bundesweit der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für
Grundschulkinder.

  • Wie viele Betreuungsplätze stehen an den Grundschulen in Ihrer Kommune der prognostizierten Schüler:innnenzahl bis 2029 zur Verfügung?
  • Wie will Ihre Fraktion sicherstellen, dass in Ihrer Kommune / im Landkreis ausreichend Plätze (Ausbauquote 90%) rechtzeitig bis 2029 für alle Grundschulkinder zur Verfügung stehen?
  • Wie soll die Qualität der Betreuung (Fachpersonal, Raumkonzepte, pädagogisches Konzept) gesichert werden?
  • Wie positionieren Sie sich zur Beitragsfreiheit bzw. sozialen Staffelung der Gebühren?
  • Welche Rolle sollen Kooperationen mit Vereinen, Musikschulen oder außerschulischen Trägern spielen?

    SPD
    Sowohl die Schülergondel als Betreuungseinrichtung der „Kreis-Tochter“ Ganztagsbetreuung im Pakt (GiP) an der KPS als auch die Schülerburg an der AFS mit dem dortigen Betreuungsverein leisten eine sehr gute Arbeit. Um Engpässe bei den räumlichen Kapazitäten zu verringern hat die Gemeinde bereits vor einigen Jahren das ehemalige Volksbank-Gebäude in Mainflingen angemietet. Diese Anmietung soll bis zum Neubau der Betreuungseinrichtung am früheren Rathausstandort fortgesetzt werden. Über die Situation an der Schülerburg hat sich die SPD-Fraktion bereits im Oktober ein Bild gemacht (SPD Mainhausen im Dialog - Pressemeldung - SPD Mainhausen). Die Gemeinde ist ebenfalls maßgebliche Kostenträgerin und laut Haushaltsbeschluss im Gesamtvolumen von 132.000 € an der Finanzierung der
    Grundschulbetreuung im Ortsteil Mainflingen beteiligt. Diese finanzielle Unterstützung soll beibehalten bzw. mit der wachsenden Anzahl an betreuten Schülerinnen und Schülern ausgeweitet werden.


2.2. die Sicherheit der Schulwege
Angesichts zunehmenden Verkehrsaufkommens, Elterntaxis und Klimaschutzdebatten:

  • Welche konkreten Maßnahmen planen Sie zur Erhöhung der Schulwegsicherheit (z. B. Tempo-30-Zonen, Schulstraßen, Verkehrsberuhigung, bessere Beleuchtung, Radwege)?
  • Unterstützen Sie das Konzept temporärer Schulstraßen (Sperrung vor Unterrichtsbeginn)?
  • Wie wollen Sie den Umwelt- und Klimaschutz mit Schulwegsicherheit verbinden (z. B. Förderung von Fahrrad- und Fußverkehr)?

    SPD
    Über etwaige Unfallschwerpunkte ist uns derzeit nichts bekannt. Die Gemeindeverwaltung führt regelmäßig Begehungen durch. Die Ordnungsbehörde führt in unregelmäßigen Abständen Verkehrskontrollen durch. Die Schulwegpläne wurden hierzu erst kürzlich im Austausch mit der Schule durch die Gemeinde aktualisiert. Alle Eltern von neu eingeschulten Kindern erhalten den aktuellen Schulwegeplan, um mit den Kindern einen sicheren Schulweg einüben zu können.
    Tempo 30-Zonen sind in weiten Teilen beider Ortsteile bereits vorhanden. Vor jeder Schule sind Querungshilfen (Zebrastreifen). In beiden Ortsteilen sichert eine Fußgängerampel die Querung stark befahrener Straßen.

2.3. die Schultoiletten
Der Sanierungsstau an Schulen ist bundesweit weiterhin Thema.

  • Welche Standards für Hygiene, Wartung und regelmäßige Kontrolle setzen Sie für Schultoiletten an?
  • Planen Sie ein verbindliches Sanierungsprogramm mit festem Zeitplan?
  • Wie sollen / können Schülervertretungen und Eltern in Qualitätskontrollen einbezogen werden?

    SPD
    Fällt in die Zuständigkeit des Schulträgers. Probleme mit den Schultoiletten sind uns nicht bekannt.

2.4. die Kapazitäten in den Schwimm- und Sporthallen
Die Nichtschwimmerquoten bei Kindern ist weiterhin steigend.

  • Wie will Ihre Fraktion ausreichende Schwimmzeiten für Schulen sicherstellen?
  • Gibt es konkrete Pläne zum Neubau oder zur Sanierung von Schwimm- und Sporthallen?
  • Wie gehen Sie mit Nutzungskonflikten zwischen Schulen und Vereinen um?
  • Unterstützen Sie verpflichtende Schwimmförderprogramme für Grundschulkinder?

    SPD
    Der Schulsport an der AFS in Mainflingen findet in der dortigen Schulturnhalle statt. Der Schulsport an der KPS findet in der gemeindeeigenen Halle statt. Kapazitätsengpässe sind uns nicht bekannt. Wegen Fußmarschs zur Sporthalle in Zellhausen unterstützen wir den Bau einer Schulturnhalle an der KPS (siehe auch Frage 1).
    Die Gemeinde Mainhausen verfügt nicht über ein eigenes Hallenschwimmbad. Der
    Schwimmunterricht findet im Schwimmbad Vitamar in Kleinostheim und Hallenschwimmbad Großkrotzenburg statt.

2.5. die Förderung digitale Kompetenzen
Nach Auslaufen des Digitalpakts Schule steht die Anschlussfinanzierung im Fokus.

  • Wie soll die digitale Infrastruktur (WLAN, Endgeräte, Wartung, IT-Support) nachhaltig gesichert werden?
  • Wie wollen Sie Schulen bei der Medienbildung und beim Umgang mit KI-Tools unterstützen?
  • Welche Konzepte haben Sie zum Schutz vor Cybermobbing und zur Stärkung der Medienkompetenz?
  • Wie stehen Sie zu 1:1-Ausstattungskonzepten (ein Gerät pro Schüler:in)?

    SPD
    Die Förderung digitaler Kompetenzen fällt vorrangig in die Verantwortung des Landes. Die Ausstattung der Schüler mit IT-Technik in die Zuständigkeit des Schulträgers. Die Kinder- und Jugendförderung der Gemeinde veranstaltet inzwischen einzelne Workshops mit digitaler 3 Ausrichtung. Ferner sind die Fördervereine der Grundschulen berechtigt, die Vereinsförderung der Gemeinde zu beantragen. Auf diesem Weg können die Schulen Gelder zur Anschaffung von bspw. zusätzlichem IT-Equipment abrufen.

2.6. die Verbesserung von Inklusion, auch beim Schulessen

  • Wie wollen Sie die baulichen und personellen Voraussetzungen für echte Inklusion verbessern?
  • Wie stellen Sie sicher, dass Schulessen auch für Kinder mit Behinderungen, Allergien wie zB Zöliakie, kulturellen oder religiösen Anforderungen, sowie vegetarischer oder veganer Ernährung geeignet ist?
  • Wie bewerten Sie die derzeitige Personalausstattung im Bereich Schulbegleitung und Förderkräfte?
  • Welche konkreten Maßnahmen planen Sie zur Reduzierung von Ausgrenzung im Schulalltag?

    SPD
    Beide Mensa-Räume der Grundschulen sind ebenerdig und barrierefrei erreichbar.

2.7. die Verbesserung der mentalen Gesundheit von Lehrkräften und Lernenden
Studien zeigen steigende psychische Belastungen bei Kindern und Lehrkräften.

  • Welche Maßnahmen unterstützen Sie zur Stärkung der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie?
  • Planen Sie Programme zur Prävention von Mobbing, Gewalt und digitaler Überforderung?
  • Wie kann die Kommune Lehrkräfte unterstützen, obwohl Personalpolitik primär Ländersache ist?
  • Wie bewerten Sie multiprofessionelle Teams an Schulen (Sozialpädagogik, Psychologie, Gesundheitsfachkräfte)?

    SPD
    Fällt vorrangig in die Zuständigkeit der Landesregierung. An beiden Mainhäuser Schulen ist inzwischen ein Schulsozialarbeiter als Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler aktiv. Neben dem Beratungsangebot für Schüler und Schülerinnen, können auch Lehrkräfte hiervon Gebrauch machen und so durch Anbindung ans Beratungsnetzwerk Ressourcen aktiviert werden.
    Multiprofessionelle Teams sind essenzieller Bestandteil einer gelingenden Förderung von Kindern am Lernort Schule. Diese sollten weiter ausgebaut werden.

2.8. den Ausbau der Schulen sowie Begrünung und Beschattung
Die Anzahl der Hitzeperioden steigt. Gleiches gilt für die Schülerzahlen.

  • Welche konkreten Schulbau- oder Erweiterungsprojekte planen Sie bis 2031?
  • Welche Standards sollen bei Neubauten gelten (z. B. Energieeffizienz, Photovoltaik, nachhaltige Baustoffe)?
  • Planen Sie verbindliche Maßnahmen zur Begrünung und Beschattung von Schulhöfen? Welche?
  • Wie stellen Sie sicher, dass Schulen hitzeresilient werden (Kühlkonzepte, Trinkwasserspender, Verschattung)?

    SPD
    Zum Ausbau der Schulen siehe Frage 1. Die Begrünung und Beschattung fallen in die Zuständigkeit des Schulträgers. Für ein aktuell bestehendes Beschattungsproblem an der angemieteten Betreuungseinrichtung der AFS wird nach einer Lösung (auch mit dem Vermieter) gesucht.
    Generell hat die Gemeinde hier unabhängig von ihrer Rolle unterstützend gewirkt und zum Beispiel an der Grundschule in Zellhausen die Beschaffung von Sonnenschutzmaßnahmen finanziell unterstützt.


Allgemein

GRÜNE  
Als Grüner Ortsverein in Mainhausen haben wir (leider) nur sehr begrenzte Möglichkeiten, auf die von Ihnen genannten Punkte vor Ort Einfluss zu nehmen, da die Zuständigkeiten sehr unterschiedlich sind (Bund, Land Hessen, Kreis usw.).
verweisen auf die Antworten der Kreistags-Fraktion


SPD
Ergänzend zu ihren Fragestellungen möchten wir anfügen, dass das Thema Demokratielernen für Schüler und Schülerinnen unterstützt wird. Grundschüler haben die Möglichkeit im Rahmen des Unterrichts das Rathaus zu besuchen und Fragen an die Gemeindeverwaltung zu richten. Über die freie Jugendarbeit wird die politische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen In Mainhausen gefördert.
Zu ihren Fragen zu Punkt 2 möchten wir rückmelden, dass wir in der Diskussion ganz klar feststellen mussten, dass in den meisten Punkten die kommunalpolitische Wirksamkeit ausgesprochen gering ist. Wir werden diese Themen von der kommunalpolitischen Ebene auf Kreisebene weitergeben und möchten sie gleichzeitig ermutigen, die Fragen ebenfalls auf dieser Ebene zu adressieren.


FDP
verweisen auf die Antworten der Kreistags-Fraktion


Die Antworten findet ihr auf den jeweiligen Seiten:


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